Wildacker

Ein Paradies für Wildtiere

Äsungsflächen bieten Schutz und Nahrung für die gesamte Fauna

 

Auf Wildäsungsflächen lässt sich mit einer vielseitigen Pflanzenpalette zu jeder Jahreszeit ein ausreichendes Nahrungsangebot fürs Wild bereitstellen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den verschiedenen Wildacker-Mischungen zu.

 

 

 

 

Allerdings gilt es bei der Bodenbearbeitung, Flächenauswahl oder Düngung von derartigen Flächen einiges zu beachten, um eine wie nachstehend geschilderte Vielfalt zu erhalten.
Die Eignung der einzelnen Flächen lässt sich leicht am vorhandenen Pllanzenbewuchs beurteilen. Ein starker Grasfilz beispielsweise zeigt an, dass der Boden von guter Qualität ist und die Lichtverhältnisse ausreichend sind, und dort, wo der Adlerfarn prächtig gedeiht, könnten Pflanzen wachsen, die für die vorkommenden Wildarten interessant sind.

Die Bodenbearbeitung

Wildäcker werden häufig dort angelegt, wo bisher keine landwirtschaftliche Bewirtschaftung statt fand. Ohne eine entsprechende Bodenbearbeitung lässt sich aber kaum Äsung bereitstellen. Das Herrichten der Flächen ist jedoch meist erst im Frühjahr möglich, da wir mit den Wildäckem über das ganze Jahr, und vor allem im Winter, Äsung anbieten wollen.

 

 

So muss man auf die im Herbst gezogene Winterfurche, als beste Voraussetzung für ein optimales Saatbett, fast immer verzichten. Andererseits kommt es uns im Gegensatz zum Landwirt nicht unbedingt auf das Erzielen von Höchsterträgen an.

 

 

Jedoch darf ein Wildacker nicht zu einem "wilden Acker" werden. Um das erwünschte Gedeihen der eingebrachten Pflanzen zu erreichen, ist somit eine gründliche Bodenbearbeitung notwendig. Einsatz und Anwendung der in einer Vielzahl zur Verfügung stehenden Maschinen und Methoden hängen vom Boden, seinem Verhalten, der Bodenfeuchte und den Ansprüchen der anzubauenden Pflanzen ab. Nach wie vor ist es der Pflug, der bei der Bearbeitung der Wildäcker am besten geeignet ist.

 

     

 

Die größten Probleme bei der Bearbeitung bereitet das fast überall vorhandene Altgras. Im dichten Filz und mit eingewachsenen Zweigen und Ästen ist es nicht einfach, einen Grund zu finden. Wo Schwarzwild vorkommt, kann man die Sauen auf die Wildnis ansetzen indem man täglich breitwürfig Mais und Weizen über die Fläche streut. Nach vier bis sechs Wochen ist die Bodendecke total zerstört. Das in Knäueln herumliegende Gras und Reisig wird zusammen-geharkt und abgefahren. Danach müssen lediglich noch vorhandene Baumstöcke freigegraben und mit einem Traktor herausgezogen werden, um anschließend die Fläche maschinell zu bearbeiten.

Bearbeitung unterschiedlicher Böden

Saubere Sandböden bereiten die geringsten Bearbeitungsschwierigkeiten. Doch sollte man die Flächen im Frühjahr tief umpflügen, um größeren Wasserverlusten vorzubeugen. Dem Pflug folgt sofort die schwere Egge. Die Schollen müssen im feuchten Zustand zerkleinert werden, damit der Bodenschluss wieder hergestellt wird.

Durch diese Rückverfestigung des Ackers wird das Austrocknen verhindert. Am zweckmäßigsten ist es, sofort anschließend Grunddünger (Thomaskali) zu streuen und das Saat- bzw. Pflanzgut einzubringen. Der zum Wachstum notwendige Stickstoff wird erst nach Auflaufen der jungen Saat in Form von Kalkammonsalpeter ausgebracht. Bei breitwürfiger Aussaat werden mit einem nochmaligen Abeggen die Samen und der Dünger ins Erdreich eingearbeitet. Schwere Ton- und Lehmböden bereiten bei der Frühjahrs-bearbeitung mehr Probleme. Niemals dürfen sie im feuchten Zustand gepflügt werden. Sie verschmieren beim Eggen und würden nach dem Austrocknen harte, nicht zu zerkleinernde Schollen bilden.

 

Vor dem Pflügen ist bei diesen Böden der Einsatz einer Scheibenegge oder Fräse sehr anzuraten. Besonders, wenn die Flächen einen starken Bewuchs aufweisen, ist die Zerkleinerung der Grasnarbe vor dem Umbruch notwendig. Mit der Scheibenegge wird die obere Bodenschicht nicht nur aufgerissen und belüftet, sondern die zum Teil stark verfilzte Grasnarbe in kleine Stücke geschnitten. Eine noch bessere Zerkrümelung der Bodendecke erreicht man mit einer

Ackerfräse. Doch ist bei steinigen Böden der Einsatz rotierender Geräte wegen des hohen Verschleißes kaum möglich. Nach dem Umpflügen muss der meist grobschollig daliegende Acker sofort weiterbearbeitet werden. Sind die Schollen bereits angetrocknet fährt man zunächst mit einer Ringelwalze darüber. Bei fetten Tonböden lässt sich die Zerkrümelung auch sehr gut mit einer Fräse vornehmen. Normalerweise wird jedoch die Egge eingesetzt. Es muss mindestens zweimal, möglichst gegeneinander, abgeeggt werden. Am besten eignen sich die in der Landwirtschaft heute gebräuchlichen Bestellkombinationen.


Anlage von Äsungsflächen ohne Bodenbearbeitung

Selbst Flächen, die wegen des felsigen Untergrundes oder zu vieler Baumstümpfe nicht gefräst oder gepflügt werden können, lassen sich ohne weiteres zu Daueräsungsflächen herrichten.

 

Man wählt dafür den Weg der chemisch-biologischen Umwandlung. Die Methode ist nicht neu und wird schon seit vielen Jahren in der Land- und Forstwirtschaft erfolgreich praktiziert. Mit einem Mittel, das den Boden nicht belastet, werden die vorhandenen grünen Pflanzen etwa ab Mitte Mai mit einer Feld- oder Rückenspritze behandelt und abgetötet. Unter Ausnutzung der Schattenwirkung des in den nächsten Tagen und Wochen garantiert absterbenden Pflanzenbestandes wird gleich nach dem Abspritzen das entsprechende Saatgut feinsamiger Mischungen, wie z. B. die "Schalenwild-Lockäsung" oder die "Reh- und Hasengartenmischung", breitwürfig eingesät. Weil ein Teil der Samenkörner auf den Blättern und in den Blattwinkeln der Gräser hängen bleibt, wird etwa die doppelte Menge des herkömmlichen Saatgutbedarfes benötigt.

                               

Der weitere Erfolg hängt allerdings im wesentlichen von der Nährstoffversorgung der nachfolgend keimenden und selbst durch dichte Pflanzenbestände hindurch wachsenden neuen Pflanzengeneration ab. Die Gewähr dafür liefert eine Düngung, die am besten nach der Aussaat mit Volldünger erfolgt. Die Gräser und zweikeimblättrigen Pflanzen sterben innerhalb eines Zeitraumes von zwei bis drei Wochen garantiert ab und werden braun.

Das Saatgut findet auf dem schattigen und meist feuchten Wiesenboden eine gute Keimgrundlage. Faulende Grasnarbe und sich auflösende Mineraldünger sorgen für ausreichende Nährstoffe. Bereits Ende Juni zeigt eine Mitte Mai abgespritzte und sogleich eingesäte Fläche wieder eine satte grüne Farbe und lockt mit ihrem Äsungsangebot das Wild auf den Plan.

 

 

                   

 

Schutz und Nahrung für Wildtiere!

Hinweis: Mit diesem Beitrag wollen wir Ihr Interesse  für unsere Natur und satte Wildäcker wecken.

Ausführliche Anleitungen erhalten Sie gerne von Wildmeister  Günter Claußen, der uns auch einige Bilder und den Text beistellte.

Revierberatungsstelle Wolmersdorf

Copyright Isabelle Dürholt